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Projekte

Schadstoffuntersuchungen im Rahmen des Ostseemonitoring

Im Auftrag des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie werden Seewasser- und Sedimentproben der Ostsee regelmäßig auf Schadstoffe untersucht, die als bedenklich für die Ostsee eingestuft sind.

Dazu gehören unter anderem chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW), wie z. B. das Pestizid DDT, polychlorierte Biphenyle (PCB), die industriell weite Anwendung fanden und das Insektizid Hexachlorcyclohexan (HCH, Lindan). Diese Substanzen gehören zum "Dreckigen Dutzend" der Stockholm Convention von 2001 und ihre Anwendung ist verboten. 

Darüber hinaus werden die Proben auf die Substanzklasse der poylzyklische aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) untersucht. Diese entstehen prinzipiell durch unvollständige Verbrennung organischer Materie und können daher sowohl einen natürlichen Ursprung haben, z. B. durch Waldbrände, aber auch während industrieller Verbrennungsprozessen entstehen.

Säure-Base-System der Ostsee

K. Hammer

Eine genaue Charakterisierung des Säure-Basen-Systems durch die vier Parameter Gesamtalkalinität (AT), Gesamtanorganischer Kohlenstoff (CT), Partialdruck von CO2 (pCO2) und pH-Wert gewinnt im Kontext der Ozeanversauerung an Bedeutung.

Besonders in Küstengewässern zeigten bisherige Untersuchungen in der Ostsee jedoch eine Inkonsistenz zwischen den vier gemessenen Parametern. Dieses Phänomen ist auf hohe DOC-Konzentrationen (gelöster organischer Kohlenstoff) und niedrige Gesamtalkalinitätskonzentrationen zurückzuführen, die für die Ostsee charakteristisch sind. Die Arbeit zielt darauf ab, zu verstehen, wie organische Verbindungen in die Definition von Alkalinität implementiert werden können, um das Säure-Base-System der Ostsee und alle biogeochemischen Prozesse unter Berücksichtigung anorganischer sowie organischer Beiträge zu untersuchen.

Pharmazeutika und UV-Filter

K. Fisch

Antibiotika, Schmerz- und Sonnenschutzmittel zählen zu den modernen Umweltschadstoffen: Sie werden ausgeschieden oder beim Duschen oder Baden von der Haut abgewaschen. Diese Schadstoffe zeichnen sich durch hohe Wasserlöslichkeit aus, weswegen sie von Kläranlagen nicht aus dem Abwasser gefiltert werden können. So gelangen sie in die Umwelt, wo sie durch kontinuierlichen Eintrag mittlerweile als pseudo-persistent bezeichnet werden.

Einige dieser Schadstoffe bzw. ihre Abbauprodukte besitzen nachweislich eine potentielle hormonelle oder giftige Wirkung auf Lebewesen in der marinen Umwelt. So kann ihr Auftreten dort unter anderem zu Missbildungen bei Fischen führen.

In Rahmen dieser Arbeit wird der Frage nachgegangen, welche dieser Schadstoffe im marinen Ökosystem zu finden sind und ob die nachgewiesenen Konzentrationen bereits eine Gefahr für die Umwelt darstellen.

Natürliche Organische Phosphor-Verbindungen

C. Recknagel, M. Kanwischer

Wenig ist bisher bekannt über die Bedeutung organischer P-Verbindungen in der marinen Umwelt vor allem im Zusammenhang mit den regelmäßigen Eutrophierungserscheinungen in der Ostsee.

Im Fokus dieses Projektes stehen die Verbindungen myo-Inositolhexakisphosphat, welches in Pflanzensamen als Phosphatspeicher vorkommt, und die Phosphonatverbindungen Methyl- und Ethylphosphonat.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung dieser Verbindungen in der marinen Umwelt zu eruieren. Dafür werden Methoden zum Nachweis diese Verbindungen entwickelt, um sie in marinen Proben bestimmen zu können.

Diese Arbeit wird im Rahmen des Leibniz-WissenschaftsCampus Phosphorforschung Rostock durch die Leibniz-Gemeinschaft gefördert.

https://wissenschaftscampus-rostock.de

Entsalzung von Meerwasser mittels Elektrodialyse

M. Wirth, M. Kanwischer

Bei der Aufarbeitung bzw. Anreicherung von Meerwasserproben wird die effiziente Anreicherung organischer Verbindungen mittels Festphasenextraktion (SPE) durch die Salzwassermatrix oft gestört. Daher ist die Anreicherung dieser Substanzen auf Wasserproben mit nur sehr geringem Salzgehalt begrenzt, wie z.B. Flußwasserproben, bzw. die Bestimmung der Konzentration dieser Substanzen ist derzeit in marinen Gewässern nicht möglich.
Ziel des Projektes ist die Implementierung eines Elektrodialyse-Systems, um den Salzgehalt von Seewasserproben zu reduzieren.

Dieses Projekt wird im Rahmen des Leibniz-WissenschaftsCampus Phosphorforschung Rostock durch die Leibniz-Gemeinschaft gefördert.

https://wissenschaftscampus-rostock.de