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EVAR: Das Benguela Auftriebssystem im Klimawandel – Effekte von Variabilität im physikalischen Antrieb auf das Budget von Kohlenstoff und Sauerstoff

Hoch aufgelöste Zeitreihen des physikalischen Antriebs haben gezeigt, dass sich das Benguela Auftriebssystem (BUS) durch eine ausgeprägte Variabilität der Auftriebsintensität auszeichnet, einhergehend mit ebenso hoher Variabilität in der Sauerstoffzufuhr und der Primärproduktion. Obwohl einige Untersuchungen der mikrobiell getriebenen Prozesse in der Wassersäule oder im Sediment des BUS durchgeführt wurden, ist der Effekt dieser Fluktuationen auf die Prozessraten und die Aktivität der Mikroorganismen bisher nicht untersucht. Darüber hinaus zeigen häufiges Auftreten von Sedimenten mit sehr hohen Sulfidkonzentrationen, gelegentliche Anreicherungen von Sulfid im Bodenwasser sowie sporadische Sulfidausbrüche insgesamt, dass das System weit von einem Gleichgewichtszustand entfernt ist. Da sowohl Sauerstoffzufuhr als auch das Auftreten von Sulfid kritische Parameter sind, die einen direkten Effekt auf alle Lebewesen haben, werden diese Fluktuationen das Gesamtbudget von Kohlenstoff und die Emission von Treibhausgasen in hohem Maße beeinflussen. In Gebieten mit extrem hoher Primärproduktion muss außerdem der rückwirkende Effekt des Sediments inklusive der Aktivität von Makrobenthos und bakteriellem Phosphorumsatz berücksichtigt werden, um Gesamtbudgets durch regionale Ökosystemmodelle abschätzen zu können. Zusammen mit unseren einheimischen Partnern möchten wir mit einem übergreifenden, multidisziplinären Ansatz die Frage bearbeiten, welchen Effekt Variation in der Auftriebsintensität auf die Bedingungen im Ökosystem hat.