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GROCE II: Grönland Eisschild / Ozean Wechselwirkung - Vom Prozessverständnis zur Beurteilung eines gekoppelten, regionalen Systems im Wandel; Teilprojekt 9: Prozessbasierte Quantifizierung von subglazialen Schmelzraten

Die Motivation dieses Verbundvorhabens besteht darin, verbesserte Vorhersagen von Klima- und Meeresspiegeländerungen zu erreichen, um dadurch politischen Entscheidungsträgern und der Gesellschaft als Ganzes das bestmögliche Fachwissen als Basis für ihr Handeln zur Verfügung zu stellen.

Diese zweite Projektphase baut auf dem Fachwissen, den Ergebnissen und den Kooperationen auf, die während der ersten Phase des Verbundvorhabens entwickelt und etabliert wurden. Das Gesamtziel besteht darin, sowohl das Verständnis der Dynamik des sich wandelnden grönländischen Systems zu verbessern als auch den gegenwärtigen und zukünftigen Verlust an Eismasse mit höherer Zuverlässigkeit und Genauigkeit zu quantifizieren.

Um diese Ziele zu erreichen, bündelt das Verbundvorhaben die exzellente Expertise deutscher Forschungseinrichtungen in den Bereichen Ozeanographie, Glaziologie, Geodäsie und Atmosphärenphysik, und kombiniert in-situ Beobachtungen, Fernerkundungsdaten, Modellierung der Ozean- und Gletscherdynamik, sowie Prozesse in der Atmosphäre und der Lithosphäre über einem großen Bereich von Zeitskalen (von intrasaisonal bis zu einem Jahrhundert) und Raumskalen (wenige hundert Meter bis weniger tausend Kilometer).

Das Ziel von Teilprojekt 9 ist es, mit Hilfe idealisierter und räumlich-zeitlich hochaufgelöster Modellsimulationen Schmelzraten an der Wasser-Eis-Grenzfläche unterhalb der Eiszunge des 79°N-Gletschers (79NG) abzuschätzen. Da die dazu nötige Auflösung in realistischen gekoppelten Ozean-Eisschild-Modellen nicht erreicht werden kann, sollen physikalische Parametrisierungen und numerische Verfahren abgeleitet werden, die dann in das gekoppelte Modell von TP2 (Eisschild-Ozean-Wechselwirkung – Die Zukunft des 79°N-Gletschers) integriert werden sollen.