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BaltVib: Verbundprojekt BiodivERsA: Aktuelle und künftige Entwicklung von pathogenen Vibrio-Bakterien in Küstengewässern der Ostsee (BaltVib) - TP1: Koordination, Datenmanagement, Problemlösungskonzepte

Laufzeit:
01.04.2021 - 31.03.2024
Projektleitung:
Prof. Dr. Matthias Labrenz
Finanzierung:
BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung
Forschungsschwerpunkt:
Beteiligung:
Estonian University of Life Sciences
Royal Institute of Technology Stockholm
Abo Academi University

Vibrio - Mikroben, die Teil des natürlichen Bakterioplanktons in gemäßigten Meeresgewässern sind – haben in den letzten Jahren in der Ostsee zunehmend gedeihen können, wahrscheinlich angeregt durch erhöhte Oberflächenwassertemperaturen. Mehrere Vibrio-Arten sind humanpathogen. Es ist daher sehr besorgniserregend, dass Vibrio-assoziierte Wundinfektionen und Todesfälle an den Ostseeküsten dramatisch zugenommen haben. Es wird vorhergesagt, dass der Klimawandel dieses Problem in Zukunft noch verschärfen und eine erhebliche Bedrohung für die menschliche Gesundheit und die baltische Tourismusindustrie darstellen wird. Die Projektionen berücksichtigen jedoch noch nicht den Einfluss von "Ökosystemingenieuren" wie Muscheln und Makrophyten auf die Vielfalt und Anzahl der Vibrio spp. Neuere Daten deuten darauf hin, dass in einigen der Lebensräume der "Ökosystemingenieure" die Abundanz pathogener Vibrio spp. reduziert ist. Dies eröffnet die Option für naturbasierte Lösungsstrategien (NbS) zur Kontrolle pathogener Vibrios im küstennahen Habitat, wo Menschen mit dem Meer interagieren. Der Klimawandel wird jedoch auch die Struktur und Funktionsweise der Ökosystemingenieure beeinflussen, mit bisher unbekannten Folgen für die Vibrio-Populationen in der Ostsee. Ziel von BaltVib ist es, den aktuellen und zukünftigen Vibrio-Status abzugrenzen, biotische und abiotische Schlüsselfaktoren zu bestimmen, die die Vibrio-Prävalenz regulieren, und NbS zu identifizieren, um das Problem abzuschwächen. Dies soll durch die interdisziplinäre Integration von marinem, mikrobiologischem, molekularem und sozioökologischem Fachwissen erreicht werden, dass von Partnern aus sieben Ostseeanrainerstaaten getragen wird.