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Vibrio-MV: Habitate und Diversität potentiell pathogener Vibrionen an der Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern (Vibrionen vor M-V)

Laufzeit:
01.04.2015 - 31.07.2017
Projektleitung:
Günter Jost
Finanzierung:
Forschungsstiftung Ostsee
Forschungsschwerpunkt:
Beteiligung:

Bakterien der Gattung Vibrio sind ubiquitärer Bestandteil des marinen Ökosystems. Ihre Verbreitung erstreckt sich von Küstengewässern, Ästuaren bzw. Brackwasser, bis hin zu Sedimenten, häufig assoziiert mit anderen höheren Organismen. Vor allem bei höheren Wassertemperaturen können Vibrio spp. eine Populationsdichte erreichen bzw. distinkte Populationen entwickeln, welche ihnen eine Infektion des Menschen, insbesondere immungeschwächten, ermöglicht. Dabei kann eine Infektion mit V. vulnificus zu Sepsis mit erhöhter Mortalitätsrate führen. In der Ostsee kam es im vergangenen Jahrzehnt mehrfach zu schweren Wundinfektionen und Todesfällen durch Vibrio vulnificus. Aufgrund der vielfachen Medienberichte und der resultierenden Probleme für die Tourismusindustrie werden Vibrionen als ein zentrales Umweltproblem in Mecklenburg-Vorpommern angesehen. Im Rahmen des Monitoring-Programms des Landes Mecklenburg-Vorpommern sind teilweise hohe Vibrionen-Konzentrationen beobachtet worden, die sich vor allem im Greifswalder Bodden (Lubmin) und an der Küste der angrenzenden Insel Usedom (Karlshagen) konzentrieren. Es ist anzunehmen, dass vor dem Hintergrund des Klimawandels Infektionen durch Bakterien der Gattung Vibrio zukünftig vermehrt auftreten.

Um potentielle Risiken für die Badegäste des Küstenbereiches Mecklenburg-Vorpommerns fundiert bewerten zu können, werden in diesem Projekt die Reservoirs und Diversität von Vibrionen mit Fokus auf V. vulnificus untersucht. Die Darstellung der Diversität der regionalen Populationen von Vibrio spp. umfasst die Habitate (1) Sediment, Wasser und Seston an vier Standorten entlang der Küste Mecklenburg-Vorpommerns zu unterschiedlichen Jahreszeiten und (2) wandernde Fische (Hering, Dorsch) im Vergleich zu standorttreuen Fischen (Aalmutter, Grundel), sowie Muscheln als Filtrierer.

Methodisch wird sich das Projekt auf effiziente, hochmoderne und sich ergänzende Methoden aus dem Bereich der klassischen und molekularen Mikrobiologie stützen. Unter anderem werden vergleichende genetische Analysen mittels Hochdurchsatz-Sequenzierung detaillierte Informationen über die Diversität der Populationen von Vibrio spp. liefern. Diese fundierte Erfassung von Basisinformationen zu Vibrio-Populationen und möglichen Quellen für Infektionen vor allem durch V. vulnificus an der südlichen Ostseeküste wird eine qualifizierte Grundlage für Entscheidungsträger im Umgang mit dieser Bakteriengruppe darstellen.