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Projektdetails: REMMlab

Acronym: REMMlab
Titel: Partikelforschung im marinen Milieu€œ - REM-Mikroanalyselabor
Laufzeit: 01.11.2012 - 31.10.2015
Leiter: Prof. Dr. Helge Arz
Finanzierung: BMBF
Schwerpunkt: Ökosysteme im Wandel
Sektion: n/a
Kommentar:

Das hier beantragte Projekt hat zum Ziel unser Verständnis der Prozesse partikulärer Stoffkreisläufe, am Beispiel der Ostsee grundlegend zu verbessern. Dazu gehört die qualitative und quantitative Beschreibung der geogenen und biogenen partikulären Substanzen (natürliche Minerale, Organismen) von der Bildung (Eintrag, Primärproduktion) über den Weg durch die Wassersäule bis hin zur Ablagerung und Diagenese. Zum einen sollen marine Schwebstoffe zur Identifikation der atmosphärisch eingetragenen Bestandteile (Aerosole, z.B. Flugaschen) und der in der Wassersäule neu gebildeten mineralischen (authigene Baryte, Neubildungen im Bereich der pelagischen Redoxkline) und partikulären organischen Phasen mikroanalytisch untersucht und quantifiziert werden. Zum anderen sollen Probenserien aus Sinkstofffallen der zentralen und nördlichen Ostsee und Oberflächensedimente die zeitintegrierten vertikalen Partikelflüsse dokumentieren. Die Charakterisierung der partikulären Zusammensetzung feinst-laminierter Sedimente aus den anoxischen Becken der zentralen Ostsee sollen schließlich Aussagen zu den partikulären Stoffflüsse in der Vergangenheit ermöglichen und somit langfristige Sedimentationsprozesse und deren 2 zeitliche Variation abbilden. An diesen Sedimenten werden auch detaillierte Untersuchungen zur diagenetischen Alteration und Neubildungen von Mineralphasen durchgeführt und der Paläoproxy-Informationsgehalt verschiedener Mikrofossiel- gruppen (z.B. Erhaltungszustand benthischer Foraminiferen) erfasst um die Änderungen der Milieubedingungen auf verschiedenen Zeitskalen (Saisonal, Dekaden bis Jahrhunderte) zu rekonstruieren. Umwelt- und klimarelevante Fragestellungen des IOW bestimmen diesen Ansatz, welcher durch ein neues Analysesystem realisiert werden soll. Hochauflösende Raster- Elektronenmikroskopie, gekoppelt mit chemischer Mikroanalytik für variable Druckbedingungen und Energieanregung sind eine Voraussetzung dafür, dass auch kleinste fragile Objekte (Organismen, Flocken, Aggregate) sowie die gesamte Palette der leichten und schweren Haupt-Elemente analysiert werden können. Gleichfalls wird es möglich sein, in den Bereich der Spurenelementgehalte von einzelnen Mineralkörnern, Aggregaten bzw. Schalen oder Gehäusen von Organismen vorzudringen.

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