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Mikroplastik im Meer

Mikroplastik im Spülsaum.

Mikroplastik in unseren Gewässern – eine neue Herausforderung, über die in der Öffentlichkeit lange Zeit wenig bekannt war. Doch dies hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Mikroplastik ist in das Bewusstsein vieler Menschen eingedrungen und gilt als eine neue Kategorie der Meeresverschmutzungen, die durch verschiedene Interessengruppen (z.B. Wissenschaft, Nichtregierungsorganisationen, Organisationen für Ernährungssicherheit und maritime Organisationen) rasch große Aufmerksamkeit erregt hat.

Hier am IOW wurden auf dem Gebiet ‚Mikroplastik‘ zunächst die Eigenschaften der auf ihnen wachsenden Biofilme erforscht. Erste Fragestellungen über mikrobiologische Gemeinschaften auf Kunststoffoberflächen wurden in dem Projekt MikrOMIK beantwortet. Heute sind die Auswirkungen auf Organismen aller Ebenen mariner Nahrungsnetze und mögliche Veränderungen bei der Migration von Mikroplastik zwischen verschiedenen marinen Kompartimenten einige der Themen, die von verschiedenen Gruppen weltweit untersucht werden.

Dem Projekt MikrOMIK folgend wurden in dem Projekt PlasticSchool die Erkenntnisse und Ergebnisse aus der eigenen Forschung aufgegriffen und anschauliches Material für Schulklassen zur Einbindung in den Unterricht erstellt.

Sedimentprobe aus dem Warnow Einzugsgebiet. Das Mikroplastik und organisches Material sammelt sich in der abgebildeten Trennkammer, die mit einer Schwereflüssigkeit gefüllt ist. Die schweren Sedimente sinken auf den Boden der Anlage ab.

Wie in vielen Institutionen weltweit hat sich die Forschung am IOW zu einer eigenständigen Forschungslinie entwickelt, die Arbeitsgruppen übergreifend sich der Beantwortung vieler offener Fragen auf diesem Gebiet nährt. Derzeit werden drei Projekte am IOW durchgeführt: BONUS MICROPOLL, MicroCatch_Balt, und PLASTRAT. In zweien von Ihnen stellt das IOW den Verbundkoordinator. Alle gemeinsam haben sich zum Ziel gesetzt die Wege von Kunststoffen und Mikroplastik ins Meer zu verstehen.

Um die große Anzahl an Proben bearbeiten zu können wird am IOW kontinuierlich und projektübergreifend an der Verbesserung der Methoden zur Extraktion von Kunststoffen und Mikroplastik aus diversen Umweltmatrizen gearbeitet. Von großem Interesse sind diejenigen Umweltkompartimente, in denen sich Kunststoffe potentiell ansammeln können, wie beispielsweise Sedimente oder Strände. Die Ergebnisse dieser Projekte werden dazu beitragen, relevante Lücken in der Literatur zu schließen und zuverlässige Informationen über landseitige Kunststoffquellen liefern. Zudem werden die Ergebnisse in verständlicher Form aufgearbeitet und der Öffentlichkeit auf unterschiedlichen Wegen anschaulich präsentiert.

Unsere Projekte decken alle Umweltgradienten vom Land bis zum Meer, von der Wasseroberfläche über die Wassersäule bis tief in das Sediment ab. All dies sind bedeutende Beiträge, die unser Institut in eine selektive Gruppe führender Institutionen der Kunststoff- und Mikroplastikforschung einbinden.