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20. Juni 2007 - In der Disco Bay

Am frühen Morgen bereitet Joanna Waniek die CTD-Sonde für den Einsatz vor. Wenn das Schiff auf "Station" ist - einer im Vorfeld nach wissenschaftlichen Kriterien festgelegten Position - wird sie zu Wasser gelassen. In der Wassersäule wird die Sonde, die von einem Kranz grauer Wasserschöpfer umgeben ist, dann die Temperatur, den Salzgehalt und den Sauerstoff messen.

Heute Morgen wird die CTD-Sonde vor einer Eisberg-Kulisse zu Wasser gelassen.

Im CTD-Labor kommen die Messwerte der Sonde an, während sie in die Tiefe gelassen wird. So kann man unterschiedliche Wasserkörper erkennen. Hier - am Eingang zur Disko Bay lässt sich auf diese Weise in der Tiefe der relativ warme und salzhaltige Westgrönland-Strom erkennen. Joanna Waniek, die als einzige Ozeanographin an der Fahrt teilnimmt, verfolgt auf den Monitoren die Entwicklung der Werte und entscheidet auf dieser Basis, in welcher Tiefe die Wasserschöpfer sich automatisch schließen sollen.

Das Wetter verschlechtert sich, aber Himmel, Eisberg und Meer bilden immer neue Farbvarianten aus.

Bootsmann Norbert Kreft dirigiert den Windeneinsatz am Kernabsatzgestell mit minimalen Gesten. Aber mehr ist für das eingespielte Team an Deck auch nicht erforderlich.

Jerry Lloyd, Geologe an der Durham University in Großbritannien, zückt das große Messer, um den Sedimentkern zu durchtrennen, wenn mit dem roten Schneidring das Kunststoffrohr in Segmente geteilt wurde (siehe Beschreibung vom 19. 6.).

Die Sedimentkerne, die hier in der Disko Bay genommen werden, zeigen deutlich so genannte drop stones - Gerölle aus weichem Sediment, die nur in gefrorenem Zustand in dieser Form auf den Meeresboden gelangt sein können. Sie sind Indikatoren für driftende Eisberge, die diese drop stones beim Abschmelzen fallen lassen.

Erika Trost hat die Proben, die sie aus dem CTD-Einsatz erhalten hat, bereits filtriert und hat nun auch Zeit fürs photo shooting.