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Frage:

Wann ist das Blut der Aale giftig und weshalb?

Antwort:

Im Vergleich zu anderen Fischarten wirkt das Blut des Aales giftig (Tesch 1983). In Aalserum konnte giftiges Eiweiß nachgewiesen werden. Säugetiere erleiden Muskelkrämpfe wenn es ihnen eingespritzt wird. Das eingespritzte Aalblut beschleunigt Atmung und Herzschlag. Mit einer Injektionslösung von 0,1 ml Aalblut/ kg kann ein Kaninchen getötet werden. Frisches Aalblut darf nicht auf Schleimhäute gelangen. Es kann tagelang andauernde Entzündungen hervorrufen. Beim Töten der Aale muss darauf geachtet werden, dass kein Blut in die Augen spritzt. Es sollte nicht in offene Wunden gelangen.

Trotz dieser alarmierenden Informationen sind Unfälle durch Aalblut kaum bekannt. Viele Fischer kennen die Gefährlichkeit des frischen Aalblutes nicht. (In Gager auf Rügen soll ein Fischer durch Aalblut am Auge geschädigt worden sein.) Die Giftigkeit des Aalblutes ist für den Konsumenten nicht und für den Fänger und Verarbeiter in Abhängigkeit seiner Sensibilität gefährlich. Der Genuss von in üblicher Weise zubereiteten Aalen kann weiterhin empfohlen werden. Das Gift wird bei Erwärmung von 58 bis 70°C zerstört.

Zitierte Literatur:
Tesch, F. W., 1983 Der Aal, Biologie und Fischerei: 44

Weitere Quellen:
Warnemünder Fischer Dieter Pinnow,
Schiffsführer FFK "Clupea" Rolf Singer,
BFA-Fischerei Dr. Horst Karl IFF- Fischqualität,
Produktsicherheit BFA-Fischerei Dr. Holmer Kuhlmann IFÖ

Diese Frage wurde von Prof. Dr. habil. Cornelius Hammer, Institut für Ostseefischerei, beantwortet.

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