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Frage:

Warum ordnen sich Wellen, sobald sie aus einem Sturmgebiet, in dem sie entstanden sind, herauslaufen?

Antwort:

Wellen, die in einem Sturmgebiet auf See entstehen, gehören zur Gruppe der Windwellen, da sie direkt durch den Wind angeregt werden. Sie laufen zwar alle in die Richtung, in die der Wind bläst, allerdings mit Abweichungen von 45 Grad nach links und rechts. Je weiter sie sich von ihrem Entstehungsgebiet entfernen, desto geordneter erscheinen die Sturmwellen. Hierfür gibt es drei Gründe: zum einen die physikalischen Gesetzmäßigkeiten, nach denen sich Wellen vom Entstehungsort ausbreiten. Wirft man eine Handvoll Steine in den See, erzeugen sie viele kleine Kreiswellen, vergleichbar einem Sturm. Mit der Zeit werden die Kreise größer, die Krümmung aber nimmt ab; die Wellenkämme sind nahezu parallel. Das Phänomen wird „radiale Dispersion“ genannt.
Ein weiterer Grund ist die Dämpfung der Wellen durch die Oberflächenspannung und die Viskosität des Wassers: Kleinere Wellen verschwinden, und größere erscheinen glatter.
Der dritte Grund für die wohlgeordnete Dünung sind die unterschiedlichen Ausbreitungsgeschwindigkeiten: Lange Wellen breiten sich schneller aus als kurze. Kaum durch Dämpfung beeinflusst, sind sie die einzigen Wellen, die über längere Zeit und weite Distanzen von einem Sturm übrig bleiben.

Diese Frage wurde durch Dr. Ulf Gräwe, IOW, beantwortet. 

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