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Das Benguela-System im Klimawandel – Auswirkungen der Variabilität des physikalischen Antriebs auf den Kohlenstoff- und Sauerstoffhaushalt

01.02.2022 Upwelling

Das Benguela-Auftriebsgebiet erstreckt vor der Küste Südafrikas, Namibias und Angolas und gehört zu den fruchtbarsten bzw. produktivsten Bereichen unserer Ozeane. Insgesamt gibt es auf der Erde vier großen Küstenauftriebsgebiete, die sogenannten Eastern-Boundries-Upwelling-Systeme (Küstenauftriebsgebiete), die anderen drei befinden sich vor der Küste Nord-West Afrikas, vor der Westküste der USA und der Nord-Westküste Südamerikas. In diesen vier Regionen findet ein Großteil aller auf der Erde stattfindenden Fischfänge statt. Das Benguela-Auftriebsgebiet ist von den vieren das größte und wichtigste. Doch was passiert hier? Über dem Südatlantik liegt ein permanentes Hochdruckgebiet. In Verbindung mit Hitzetiefdruckgebieten über dem afrikanischen Kontinent führt das zu einem ständig vorherrschenden Passatwind vor der Küste, der in nordwestliche Richtung weht. Dieser Passatwind schiebt das Oberflächenwasser vor der Küste Richtung offenes Meer, wodurch kaltes Tiefenwasser an die Oberfläche strömt. Mit diesem Tiefenwasser kommen viele wichtige Nährstoffe wie Nitrat und Phosphat an die Oberfläche und stellen so die Grundlage für das Wachstum von mikroskopisch kleinen Meeresalgen, dem Phytoplankton, dar. Das Phytoplankton ist die Basis für die gesamte Nahrungskette und für alles weitere Leben in diesem Küstenabschnitt. Daher findet man hier auch große Fischschwärme, die eine wichtige Proteinquelle für die Menschen an der Westküste darstellen. Mit dem Auftrieb von kaltem Tiefseewasser gelangt auch CO2 an die Oberfläche und in die Atmosphäre. Dieses CO2 wird aber auch wieder von den Algen durch die Photosynthese gebunden. Wenn das Phyto- aber auch Zooplankton und höre Organismen absterben, sinken sie langsam zum Meeresboden. Dort und auf ihrem Weg hinab wird ihr organisches Material durch andere Lebewesen und Prozesse abgebaut. Dies geschieht unter dem Verbrauch von Sauerstoff, so dass sich am Meeresboden sauerstoffarme (suboxische) und sauerstofffreie (anoxische) Bereiche bilden können. Vor der Küste Namibias wird dieses noch dadurch bestärkt, dass sauerstoffarmes und nährstoffreiches Wasser aus dem riesigen Angoladom physikalisch angesaugt wird. Ist Sauerstoff nicht vorhanden, kann z.B. Nitrat von bestimmten Bakterien genutzt werden, um organisches Material abzubauen. Wenn ihr mehr über das System erfahren möchtet, dann empfehlen wir euch bei Das Video „Wie funktioniert das Benguela-Auftriebsgebiet vor der Küste Namibias“, das im Rahmen des Genus-Projekts vor einigen Jahren entstanden ist.

 

Text: Fabian J., Braun P. (beide IOW)

Expedition: MSM105
Mission: BUSUC 2
Start: 11.01.2022 - Walvis Bay
Ziel: 23.02.2022 - Mindelo

 

FS Maria S. Merian: Aktuelle Position
 

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