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Schülerpraktika am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde für das Schuljahr 2022/23

Bist Du Schülerin oder Schüler der 10., 11. oder 12. Klasse und interessierst Dich für die Meeresforschung? Dann bewirb Dich für eines der Schülerpraktika am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde! Für das Schuljahr 2022/23 bieten wir in den Bereichen Physikalaische Ozeanographie und Messtechnik, Marine Geologie sowie Meeresbiologie ingesamt 8 Praktikumsplätze an.

Informiere Dich bitte zunächst über die Inhalte der einzelnen Angebote. Wenn Dir eines der Angebote zusagt, schicke Deine Bewerbung per E-Mail an: praknulltikum@io-warnemuende.de

!!!Innerhalb einer Woche sollte eine Bestätigung der Anfrage eingehen. Wenn nicht, bitte telefonisch nachfragen!!!

Die Bewerbung sollte Folgendes enthalten:

  • kurzes Bewerbungsschreiben mit Angaben zur Motivation und Erwartung an das Praktikum
  • Angabe des Praktikumszeitraums
  • tabellarischer Lebenslauf
  • Kopie des letzten Zeugnisses
  • Bestätigung von der Schulleitung, dass die Teilnahme am Praktikum als schulische Veranstaltung anerkannt wird

Aktueller Stand zur Vergabe der Praktikumsplätze

Stand: 05.09.2022 Praktika erst ab 10. Klasse möglich

 

Fachbereich Gesamtzahl Plätze freie Plätze
Physikalische Ozeanographie u. Messtechnik 3 2
Marine Geologie 3 2
Meeresbiologie 3 0
     

Kurzbeschreibung der Praktikumsplätze

A. Biologische Meereskunde

Die Wissenschaftler aus der Sektion Biologische Meereskunde erforschen vorrangig die Bedeutung der in der Ostsee lebenden Organismen für die Stoffkreisläufe. Dabei haben sie sich auf die kleinsten Bewohner der Ostsee spezialisiert, die,  obwohl sie mit dem bloßen Auge oft nicht erkennbar sind, eine große Bedeutung für das Ökosystem der Ostsee haben. Zu ihnen zählen die Bakterien, das Phytoplankton (pflanzliches Plankton), das Zooplankton (tierisches Plankton) sowie das Zoobenthos (Tiere die auf oder im Meeresboden leben).

Anzahl Plätze:
max. 3

Zeitraum:
nach Absprache

Inhalte:

  • Entnahme von Wasser- und Planktonproben an der Seebrücke Heiligendamm
  • Bestimmung abiotischer  (Salzgehalt, Temperatur) und chemischer Parameter (Pigmente, Nährstoffe) der Wasserproben und Einbettung der Daten in eine Zeitreihe
  • mikroskopische  Untersuchung  von Phyto- und Zooplankton (Anfertigung von Zeichnungen)
  • Bestimmung benthischer Organismen (Arten, Häufigkeit)  aus Sedimentproben unterschiedlicher Seegebiete, Berechnung ökologischer  Indices (z.B. Diversität)
Plankton-Probennahme
Schüler bei der Plankton-Probennahme an Bord der "LOVIS" 2010
Planktonorganismen unter dem Mikroskop
Leben im Wassertropfen: Planktonorganismen unter dem Mikroskop

A. Physikalsische Ozeanographie

Die  Erfassung der großräumigen Verteilung von biologischen und physikalischen Parametern  im Meer ist mit Hilfe von Forschungsschiffen nur eingeschränkt möglich. Für diese Zwecke nutzen die Meeresforscher des Instituts Bilder, die von speziellen Satelliten aufgenommen werden. Mit Hilfe der Satellitenaufnahmen ist es z.B. möglich, ostseeweit die räumliche Ausdehnung sowie die Intensität von Planktonblüten zu erfassen. Die räumliche Verteilung der Wasseroberflächentemperatur  kann ebenfalls abgeleitet werden und hilft bei der Untersuchung von Prozessen entlang der Küste und insbesondere der Ausbreitung von Flusswasser. Allerdings können diese Parameter nicht direkt aus den Aufnahmen abgelesen werden, sondern erfordern eine vorherige Eichung, die durch  Messdaten kontrolliert werden muss. So verbringen die Wissenschaftler der Arbeitsgruppe „Fernerkundung“ auch regelmäßig Zeit auf Forschungsschiffen, um die dafür benötigten Messdaten zu sammeln.

Anzahl Plätze:
3  pro Jahr (bitte Verfügbarkeit prüfen!)

Zeitraum:
1-2 Wochen, nach Absprache mit dem Betreuer

Inhalte:

  • Einführung in die Satellitenfernerkundung und Meeresoptik
  • Recherche in Archiven von Satellitendaten verschiedener Sensoren
  • Download und Speicherung von Daten
  • Erstellung eines Übersichtsarchivs
  • Visualisierung von Daten mit Hilfe von Bildbearbeitungssoftware
  • Systematisierung der Satellitendaten für verschiedene Gebiete und Anwendungen
  • Durchführung optischer Messungen
  • Graphische Darstellung und Auswertung der Messergebnisse
Satellitenbild der Cyanobakterienblüte
Satellitenbild der Cyanobakterienblüte in der Ostsee
Mittlere Wasseroberflächentemperatur der Ostsee am 10.04.2011
Mittlere Wasseroberflächentemperatur der Ostsee am 10.04.2011, aufgenommen von den NOAA-Satelliten.

B. Marine Geologie

Die Meeresgeologen des Hauses erforschen die Geschichte der Ostsee, in dem sie die Meeresablagerungen (Sedimente) untersuchen. Diese Sedimente bestehen aus einer Vielzahl unterschiedlichster Partikel, die entweder durch die Flüsse bzw. die Luft von außen eingetragen wurden oder aber in der Ostsee selbst entstanden. An den tiefsten Stellen der Ostsee können sich diese Partikel ungestört ablagern. Bleiben die Umweltbedingungen in der Ostsee und den angrenzenden Landmassen über längere Zeiträume konstant, sind auch die zu dieser Zeit abgelagerten Sedimente hinsichtlich ihrer Struktur, Farbe und Zusammensetzung gleich. Treten jedoch Veränderungen der Umweltbedingungen auf, verändern sich auch die Eigenschaften der Sedimente. Damit bieten sie den Meeresforschern die Möglichkeit, Veränderungen der Umweltbedingungen im Verlaufe der Ostseeentwicklung zu erfassen.

Anzahl Plätze:
3  pro Jahr (bitte Verfügbarkeit prüfen!)

Zeitraum:
1-2 Wochen, nach Absprache mit dem Betreuer

Inhalte:

  • Entnahme von Unterproben aus Sedimentkernen
  • Untersuchung von Sedimentproben auf Fossilien und Bestimmung der Arten
  • Untersuchung sedimentphysikalischer Parameter (Wassergehalt, Dichte etc.)
  • Auswertung (graphische Darstellung) der ermittelten Daten
  • Vorbereitung von Sedimentproben für chemische Analysen (Trocknung, Homogenisierung)
  • Assistenz bei der chemischen Untersuchung von Sedimentproben (Kohlenstoff-, Schwefel, Stickstoff-Analysen)
  • Auswertung (graphische Darstellung) der ermittelten Daten
  • Untersuchung zur Korngrößenzusammensetzung  von Sedimentproben (Siebung, Laser-Sizer)
Multicorer zur Gewinnung von kurzen Sedimentkernen
Multicorer zur Gewinnung von kurzen Sedimentkernen
Sedimentkern
Sedimentkern aus dem nördlichsten Ostseebecken