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Presse-Archiv

17.01.2019

Mieser Fraß?
Wie Mesozooplankton auf Blaualgenblüten reagiert

Einer Gruppe von MeeresforscherInnen um die IOW-Biologin Natalie Loick-Wilde ist es mithilfe der Analyse von stabilen Stickstoff-Isotopen in Aminosäuren gelungen, das bislang rätselhafte Fressverhalten von Mesozooplankton in Gegenwart von Cyanobakterienblüten, umgangssprachlich auch Blaualgenblüten genannt, zu entschlüsseln. So bestimmt das Stadium einer Blüte, ob „Fleisch“ oder „Gemüse“ bevorzugt wird. In Anbetracht einer für die Zukunft angenommenen weltweiten Zunahme von Cyanobakterienblüten eröffnen ihre Erkenntnisse neue Perspektiven auf potenzielle Entwicklungen innerhalb einer Schlüsselgruppe des marinen Nahrungsnetzes.

14.01.2019

Modelle zeigen: Ostsee könnte den guten Umwelt-Zustand erreichen

In dem größten Modellvergleich, der jemals für die Ostseeregion durchgeführt wurde, kam jetzt ein internationales Autorenteam um den Warnemünder Ozeanographen Markus Meier zu dem Ergebnis, dass ein guter Zustand der Ostsee-Umwelt erreicht werden kann, wenn die im Ostseeaktionsplan vorgesehenen Maßnahmen zur Reduktion der Nährstoff-Einleitung konsequent umgesetzt werden. Sie widersprachen damit der Ansicht, dass der Klimawandel generell ein Erreichen dieses Zieles unmöglich macht. Gleichzeitig bestätigten sie jedoch, dass bei unverändert hoher Nährstoffbelastung der Klimawandel für eine Verschärfung der Überdüngung sorgt.

07.01.2019

Gefährdet Klimawandel Meeresökosysteme im Benguela-Auftriebssystem? Neues Projekt geht an den Start

Anfang Januar 2019 startete das auf drei Jahre ausgelegte Forschungsprojekt EVAR zur Untersuchung möglicher Klimawandelfolgen auf biogeochemische Schlüsselprozesse des für die Fischerei wichtigen Benguela-Auftriebssystems vor Südwestafrika. An dem mit ca. 3 Mio. Euro vom Bundesforschungsministerium geförderten Vorhaben unter Leitung des IOW beteiligen sich auch WissenschaftlerInnen des MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen und des GEOMAR – Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel zusammen mit ihren KollegInnen von der University of Namibia und des National Marine Information and Research Centres NatMIRC.

11.12.2018

Neuer Klimabericht für den Ostseeraum (BACC III) in Arbeit

Der zweite Sachstandsbericht zum regionalen Klimawandel und seiner Auswirkungen auf den Ostseeraum von 2015 (“Second Assessment of Climate Change in the Baltic Sea Region”, BACC II) wird zurzeit von Wissenschaftlern des internationalen Baltic Earth-Netzwerks aktualisiert. Wie auch bei den ersten beiden BACC-Berichten (2008, 2015) werden Experten aus den verschiedenen Fachgebieten wie Meteorologie, Hydrologie, Meereskunde, Biologie und Biogeochemie zum aktualisierten Report beitragen. Zudem wird es eine enge Zusammenarbeit mit der HELCOM (Helsinki-Kommission zum Schutz der Meeresumwelt der Ostsee) geben.

15.11.2018

Jubiläumsexpedition: FS ELISABETH MANN BORGESE startet zur 200. Forschungsfahrt

Am Samstag, den 17. November 2018, wird das Forschungsschiff ELISABETH MANN BORGESE von seinem Heimathafen Rostock-Marienehe aus zu seiner 200. Fahrt aufbrechen. Ziel ist das Gotland-Becken in der zentralen Ostsee. Hier wird das wissenschaftliche Team unter der Fahrtleitung des Ozeanographen Lars Umlauf vom IOW kleinskalige turbulente Vermischungsprozesse im Meer untersuchen, deren Erforschung für die Verbesserung von Klimavorhersagen von Bedeutung ist.

22.10.2018

Ohne Kunststoff zur Mikroplastik-Jagd: „Rocket“ verbessert Erfassung besonders kleiner Partikel

Umweltforscher am IOW haben ein neuartiges mobiles Gerät zur Erfassung von Mikroplastik in Oberflächengewässern entwickelt. „Rocket“ nennen sie die Konstruktion, mit der sich je nach Schwebstoffanteil im Wasser bis zu 60 Liter pro Minute durch vier feine Kerzenfilter saugen lassen und die speziell für die Beprobung der feinen Fraktion des Mikroplastiks im Bereich bis 10 µm von großem Vorteil ist. Eine besondere Herausforderung bei der Entwicklung bestand darin, auf Kunststoff so weit wie möglich zu verzichten.

28.09.2018

Summer School zum Thema „Küstendynamik – Konsequenzen für Küstenschutz und Ökologie“

Heute geht die 17. Coastal Summer School zu Ende, zu der 19 NachwuchswissenschaftlerInnen aus 11 Nationen auf die Ostseeinsel Hiddensee gekommen waren, um sich vertieft mit Küstenforschung zu befassen. Auf Hiddensee und auf dem Forschungsschiff ELISABETH MANN BORGESE nahmen sie 12 Tage lang Einblick in geologische Prozesse der Küstendynamik, die daraus resultierenden Erfordernisse für den Küstenschutz sowie die ökologischen Konsequenzen menschlicher Eingriffe in die natürliche Dynamik. Begleitet wurden sie dabei von 21 ExpertInnenen, die ihnen fächerübergreifend neueste Erkenntnisse zum Schwerpunktthema vermittelten und zukünftige Herausforderungen der Küstenforschung mit ihnen diskutierten.

19.09.2018

Versauert die Ostsee? IOW-Forscher adaptiert erstmals optische pH-Messmethode für Brackwasser

Großer Fortschritt für das pH-Monitoring in der Ostsee: Um mögliche Versauerungstrends besser beobachten zu können, entwickelte Jens Müller, Meereschemiker am IOW, eine sehr genaue optische pH-Messmethode, die bislang nur bei hohen Salzgehalten im Ozean anwendbar war, so weiter, dass sie auch bei geringer Salinität im Ostsee-Brackwasser einsatzbereit ist. Das adaptierte Messverfahren, für das bereits ein marktreifes Gerät konstruiert wurde, empfiehlt sich daher für den routinemäßigen Einsatz im Rahmen der Ostsee-Umweltüberwachung der Helsinki-Kommission.

11.09.2018

Europas CO2 Beobachter treffen sich in Prag. Das IOW ist dabei.

Mehr Wissen über den Austausch von Treibhausgasen will der europäische Verbund rund um die Forschungsinfrastruktur ICOS (Integrated Carbon Observation Systems) generieren, um dazu beizutragen, eine drohende zukünftige Heißzeit zu verhindern. Vom 11. bis 14. September treffen sich die ICOS-WissenschaftlerInnen in Prag, um ihre Daten zu diskutieren. Der Warnemünder Meereschemiker Gregor Rehder ist dabei.

27.08.2018

Wie belastend sind Megastädte für Küstenmeere? Expedition startet im Südchinesischen Meer

Am 1. September 2018 startet eine Schiffsexpedition von Guangzhou aus den Perlfluss hinunter in küstennahe Bereiche des Südchinesischen Meeres. Die 30-tägige Forschungsfahrt untersucht im Rahmen des vom IOW koordinierten deutsch-chinesischen Verbundprojektes MEGAPOL (kurz für „Megacity’s fingerprint in Chinese marginal seas: Investigation of pollutant fingerprints and dispersal“), welche Umweltbelastungen durch urbane Ballungsräume mit bis zu 100 Mio. Einwohnern in angrenzenden Meeresgebieten entstehen.