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Dauerausstellung im IOW-Haupthaus:
"Unsere Baltische Pfütze" mit Werken von Günter Grass

Unsere Baltische  Pfütze

Die See
Meine See, baltische Pfütze,
die sich nach Osten und nördlich verläuft, wo Haparanda liegt.
Was von der windigen Insel Gotland außerdem ausging:
Wie die Algen dem Hering die Luft nahmen.
Es könnte, was ich erzählen will, mit Quallen beginnen,
die mehr, immer mehr, unabsehbar mehr werden,
bis die See, meine See
eine einzige Qualle...

Grass '82

Das Foyer

Die Eröffnung

Die Ausstellung

Das IOW schließt seine bauliche Erneuerung mit der Fertigstellung einer wissenschaftlich-künstlerischen Dauerausstellung ab, in der Werke von Günter Grass neben Exponaten aus der Ostseeforschung zum Perspektivwechsel einladen.

Im Rahmen eines Festaktes im Beisein des Literaturnobelpreisträgers Günter Grass und zahlreicher geladener Gäste aus Wissenschaft, Kultur und Politik wurde am 28. September 2009 die Ausstellung „Unsere Baltische Pfütze - wissenschaftlich-künstlerische Betrachtungen eines kleinen Meeres“ eröffnet.

Der Untertitel macht es deutlich: es geht um unterschiedliche Sichtweisen auf die Ostsee. Vier Plastiken und acht Radierungen von Günter Grass sind im Foyer und in den Fluren des im Dezember 2007 eröffneten IOW-Erweiterungsbaus zu sehen. Gemeinsam mit Texten, Diagrammen und Fotos zu den Schwerpunkten der Ostseeforschung bieten sie verschiedene Möglichkeiten, sich der Ostsee zu nähern.

Dem hintergründigen „Hai über Land“ stehen Texte zur Schadstoffproblematik in der Ostsee gegenüber. Wissenschaftliche Erläuterungen zum Kreislauf des Lebens in der Ostsee werden begleitet von einer Serie von Radierungen, auf denen der Butt sich langsam zersetzt – bis “nur die Gräte geblieben war“. Im Zentrum, aber, ragt der Butt als „Erklärer“ der baltischen wie der Menschheitsgeschichte vor einem Sedimentkern auf, der rund 8.000 Jahre nacheiszeitlicher Ostsee-Entwicklung beschreibt.

„Wir haben uns bewusst bei der Gestaltung dieses Begegnungsraumes Zeit gelassen, um neue Wege der Vermittlung unserer Arbeit auszuprobieren“, berichtet Bodo v. Bodungen, Direktor des IOW. „Wir wollten den Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Kunst versuchen und Günter Grass war bereit, diesen Weg mit uns zu beschreiten.“

Vorerst ist die Ausstellung nur für Mitarbeiter und Gäste des IOW zugänglich. Ab Dezember 2009 plant das Institut, regelmäßig Führungen anzubieten.

Copyright-Anfragen bitte an Dr. Barbara Hentzsch