IOW Logo
Header

Biologische Zustandseinschätzung der Ostsee 2008

Die 1979 begonnene HELCOM-Datenreihe der Artenzusammensetzung und Biomasse bzw. Abundanz des Phyto- und Zooplanktons sowie des Makrozoobenthos wurde im Jahre 2008 in der Beltsee und der eigentlichen Ostsee fortgesetzt.

Die Phytoplankton-Frühjahrsblüte in der Mecklenburger Bucht im März 2008 bestand hauptsächlich aus Dictyocha speculum und Kieselalgen. Damit wiederholt sich die Situation von 2007 (frühe Dictyocha-Blüte, reduziertes Kieselalgen- und Dinoflagellatenwachstum) in abgemilderter Form. Während und nach der Frühjahrsblüte entwickelte sich Chrysochromulina ungewöhnlich stark. In der Gotlandsee bildete es zusammen mit Peridiniella catenata eine Blüte. Eine Kieselalgen-Sommerblüte wurde nur in der Lübecker Bucht gefunden. Die Cyanobakterienblüte erschien in der eigentlichen Ostsee im Juli (siehe auch Satellitenbilder). Im Herbst erschien in der Mecklenburger Bucht die typische Ceratium/Kieselalgen-Mischblüte und in der Arkona- und Bornholmsee die Coscinodiscus- Blüte.

Die Frühjahrsdaten des Chlorophyll a zeigten von 1979 bis 2008 einen abnehmenden Trend in der Mecklenburger Bucht und eine Zunahme in der Arkona- und Bornholmsee. Die Sommer- und Herbstwerte stiegen nur in der östlichen Gotlandsee an.

Die Sedimentation im Gotlandbecken im Jahre 2007 zeigte einen vertikalen Fluss von 585 mmol C, 70 mmol N, 221 mmol Si und 2,3 mmol P pro m2 und Jahr. Mit 43,9 g TM a-1 war der Massefluss deutlich höher als in 2006 (28,5 g a-1). Die Sedimentation organischen Materials im Frühjahr überstieg die des Vorjahres um 40 %. Die sommerliche Sedimentation von Material, das aus N-Fixierung entstanden war, reduzierte sich jedoch. Herbstraten stiegen an.

Das Anzahl der Mesozooplankton-Taxa betrug 41 über die letzten 10 Jahre. Das Maximum wurde im Jahre 2008 im Juli/August gefunden. Das Abundanz von Oithona similis sank im Gotlandbecken auf fast Null, weil sich die als Habitat geeignete oxische, salzreiche Schicht von 160 auf 30 m verringerte. Die Abnahme der Maximal-Abundanz seit den 1990ern, besonders bei Rotatorien, setzte sich fort. Die Maximal-Abundanz von Bosmina spp. war geringer als aus den Sommertemperaturen zu erwarten war.

Die Artenzahl des Makrozoobenthos an den 8 Untersuchungsstationen zeigte mit 109 eine mittlere Diversität im Verlaufe der 18 Untersuchungsjahre an. Das erneute Sauerstoffdefizit (wie schon in 2002 und 2005) verursachte ein Absinken der Artenzahl und Abundanz in den tiefen Bereichen des Fehmarnbelts und der Mecklenburger Bucht. Der bis 2004 bestehende negative Abundanz- und Biomassetrend an der Darßer Schwelle, wegen Rückgangs von Hydrobia ulvae und Pygospio elegans, ist nicht mehr vorhanden. Artenzahl, Abundanz und Biomasse stabilisierten sich in der Arkonasee. Die Makrozoobenthos-Gemeinschaft in der Pommerschen Bucht ist stabil. 23 Arten der Roten Liste wurden erfasst. Der ökologische Status der 8 Untersuchungsstationen reicht von "unbefriedigend" bis "sehr gut".

Vollständiger Bericht in:
Meereswiss. Ber. 78 (2009)
Wasmund, Norbert; Pollehne, Falk; Postel, Lutz; Siegel, Herbert; Zettler, Michael L.:
Biologische Zustandseinschätzung der Ostsee im Jahr 2008

Jährliche biologische Zustandseinschätzungen

2000 - 2009

1997 - 1999