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Arbeitsgruppe Ökologie benthischer Organismen - Aktuelle Projekte

verschiedene Habitate der Ostsee (Bild: M. Gogina)

 

Erfassung, Bewertung und Kartierung benthischer Arten und Biotope in Nord- und Ostsee (AWZ-Projekt) (2015 - 2018)

Die Europäische Meerespolitik hat mit der Implementierung der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) und der Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) im marinen Milieu die Rahmenbedingungen zum Erhalt der biologischen Vielfalt in den heimischen Meeren geschaffen. Die Typologisierung, Kartierung und Charakterisierung benthaler Lebensräume sowie fundierte Kenntnisse zur Auswirkung anthropogener Tätigkeiten sind Grundvoraussetzungen für die Bewertung des Umweltzustandes im Sinne dieser beiden Richtlinien. Das IOW übernimmt in diesem BfN-geförderten Projekt neben der Projektkoordination folgende Themenkomplexe mit Bezug auf die Ostsee:
 
1. Erfassung und Bewertung von Arten und Habitaten in der Ostsee:
-  Bestandsaufnahme und Monitoring relevanter Biotoptypen (z.B. Sandbänke und Riffe) und benthischer    Lebensgemeinschaften
- Entwicklung und Anpassung von Zustandsindikatoren basierend auf der Gemeinschaftsstruktur sowie der Populationsstruktur ausgewählter langlebiger Arten (z.B. Islandmuschel Arctica islandica)
 
2. Biotopkartierung inkl. GIS-Management (Ostsee):
- Flächendeckende Sedimentkartierung der AWZ (ausschließliche Wirtschaftszone) für Weich- und Hartbodenbiotope
Verknüpfung biologischer und geologischer Daten
 
3. Erfassung und Bewertung anthropogener Einflüsse auf die Meeresumwelt (Ostsee & Nordsee)
- Weiterentwicklung eines Bewertungsverfahrens für Neobiota  
- Erfassung und Bewertung des Regenerationspotentials der benthischen Gemeinschaft im FFH-Gebiet Doggerbank (Sandbank) nach Ausschluss der bodenberührenden Fischerei
 
Laufzeit: 1.1.2015 bis 31.12.2018
 
Kooperationspartner:
Alfred-Wegner-Institut (AWI)
BioConsult Schuchardt & Scholle GbR
 
Förderung durch:
Bundesamt für Naturschutz (BfN)
 
Ansprechpartner:
 
 
 
 
 
Porenwasseruntersuchung und ein "blinder Passagier" (Seeigel) Bild: M. Gogina
SECOS - die Leistung der Sedimente in deutschen Küstenmeeren
(The Service of Sediments in German Coastal Seas) (2013 - 2019)
 
Die Ziele des Projekts SECOS sind die Untersuchung, Kartierung und Quantifizierung der strukturellen und biogeochemischen Eigenschaften der verschiedenen Sedimenttypen in der deutschen Ostsee. Dabei wird ein Ansatz zur Bewertung (auch monetären Bewertung) der ökosystemaren Dienstleistungen der Sedimente auf Grund der Verteilung und Größenordnung der sedimentären Eigenschaften erarbeitet. Neben der Erstellung eines funktionalen georeferenzierten Sedimentatlas der Küstengewässer, sollen besonders relevante Gebiete für den Bereich der deutschen Ostsee identifiziert und von diesen die Funktionen der Sedimentflächen erfasst, kartiert und prognostisch modelliert werden. Die Ergebnisse sollen konkret in die Entwicklung von Managementtools für marine Küstensysteme einfließen indem sie eine wissenschaftliche Grundlage sowohl für ein nachhaltiges Küstenzonenmanagement als auch für die Umsetzung der nationalen und internationalen Küsten- und Meeresschutzpolitiken bilden. Die Aufgabe in der AG Ökologie benthischer Organismen besteht vor allem in der Kartierung und Modellierung des äußeren Küstenbereichs anhand von Benthosdaten.
 
Kooperationspartner:
Universität Rostock
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)
Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH)
Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin
 
Förderung durch:
BMBF
 
Ansprechpartner: Dr. Mayya Gogina
 
 
 
 
Monitoringstationen in der Ostsee
Monitoring Ost- /Nordsee
 
Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich seit Jahren mit der Untersuchung, Analyse und Bewertung benthischer Lebensgemeinschaften in der Ostsee. Eine wesentliche Aufgabe ist dabei das biologische Monitoring im Rahmen des Baltic Monitoring Programms der HELCOM (Helsinki-Kommission zum Schutz der Meeresumwelt des Ostseeraums) im Auftrag des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Einmal pro Jahr werden dabei an 9 Ostseestationen Proben entnommen. Seit 2008 erfolgt ebenfalls im Auftrag des BSH das Monitoring in der Nordsee an 12 Stationen 2mal pro Jahr. Die Ergebnisse werden in die MUDAB-Datenbank des Bund-Länder-Mess-Programmes (BMLP) eingespeist und in Form von Monitoringberichten alljährlich veröffentlicht. Die Qualitätssicherung erfolgt über die Teilnahme an taxonomischen Workshops und den Makrozoobenthos-Ringtests des Umweltbundesamtes.
 
Förderung durch:
BSH
 
Ansprechpartner: Dr. Michael L. Zettler 
 
 
 

Amphipoda-Schlüssel

 
Ziel dieses Projektes ist das Erstellen eines Bestimmungsschlüssels für die Amphipoda (Crustacea) der Ostsee und ihres Süßwassereinzugsgebietes in Form eines Buches. Auch Arten aus angrenzenden Seegebieten werden dabei berücksichtigt, von denen die Einwanderung in die Ostsee sehr wahrscheinlich ist. Wie in gängiger Bestimmungsliteratur üblich, wird in Bestimmungstabellen über die Familien und Gattungen zu den Arten geführt.
In dem für uns relevanten Gebiet sind ca. 200 Arten bzw. 105 Gattungen beheimatet. Diese Taxa stellen wir in Artsteckbriefen vor, die sowohl auf die Verbreitung und Ökologie als auch auf morphologische Merkmale eingehen. Letztere werden, sofern bestimmungsrelevant, zusammen mit einer Zeichnung des Habitus der jeweiligen Art auf Tafeln graphisch dargestellt. Dafür werden hauptsächlich männliche Tiere herangezogen. Morphologische Unterschiede zu weiblichen Individuen derselben Art werden jedoch ebenfalls graphisch verdeutlicht. Von allen Arten werden zudem Präparate angefertigt. Diese werden digital mit Hilfe einer AxioCam ICC3 (Carl Zeiss MicroImaging GmbH, Jena) und der Software AxioVision Release 4.8.1 (Carl Zeiss Imaging Solutions GmbH, Jena) fotografiert. Für die Erstellung der Zeichnungen und Tafeln benutzen wir das Programm Adobe Illustrator CS5 und das Wacom intous 4 Stifttablett.
 
Ansprechpartner: Dr. Michael L. Zettler
 
 
 
 

SPACES SGD - Makrozoobenthos an untermeerischen Grundwasseraustritten in Südafrika

 

Der untermeerische Austritt von Grundwasser (Submarine Groundwater Discharge, SGD) ist ein in Küstenregionen allgegenwärtiger Prozess. SGD stellt, nach dem Flusswassereintrag, die zweitwichtigste Form des Verlustes von potentiell als Trinkwasser nutzbarem Süßwasser an die Ozeane dar. Entsprechend ist die Lokalisierung und Quantifizierung von SGD besonders in küstennahen ariden und semiariden Klimabereichen für die Gewährleistung der Trinkwasserversorgung von immenser Bedeutung. Darüber hinaus kann SGD auch zur Gefährdung mariner Ökosysteme führen. Das ist der Fall, wenn eine anthropogene Kontamination küstennaher Aquifere, z.B. durch Nährstoffe vorliegt. Die False Bay/Knysna Lagoon in Südafrika stellen aufgrund ihrer Form, sowie der lokalen geologischen Situation ideale Standorte für eine SGD-Fallstudie dar, deren Ergebnisse auf andere Küstenbereiche des südlichen Afrika übertragbar sind. Die geplante Studie widmet sich beiden Aspekten: dem SGD-bedingten Verlust an als Trinkwasser nutzbarem Grundwasser, inbesondere in Hinblick auf die rasant wachsende Metropole Kapstadt, sowie der SGD-bedingten Schadstoffverfrachtung in die Bucht und der daraus resultierenden Gefährdung angeschlossener Ökosysteme. Die AG Benthos untersucht dabei den Einfluß von SGD auf Struktur, Funktion und Diversität benthischer Gemeinschaften am Meeresboden und vergleicht diese Ergebnisse mit Referenzstationen, die rein marin sind.

Gordon's Bay, Südafrika